
Wer eine Rolex kauft, verkauft oder einfach besser verstehen möchte, stößt früher oder später auf die Referenznummer. Sie ist der Schlüssel zum Modell. Aus wenigen Ziffern und Buchstaben lässt sich ablesen, zu welcher Familie eine Uhr gehört, aus welchem Material das Gehäuse besteht und welche Lünette verbaut ist. Gleichzeitig wird sie ständig mit der Seriennummer verwechselt, die etwas ganz anderes beschreibt.
In diesem Beitrag erfahren Sie, wo die Rolex Referenznummer steht, wie sie sich von Seriennummer und Kalibernummer unterscheidet und wie Sie eine Referenz selbst entschlüsseln. Statt einer Modellliste erhalten Sie einen Schlüssel mit Materialcode, Lünettenkürzeln und durchgerechneten Beispielen, und Sie lernen, eine Referenz auf Stimmigkeit zu prüfen.
Referenznummer, Seriennummer und Kaliber, drei verschiedene Nummern
Eine Rolex trägt mehrere Nummern, und jede beantwortet eine andere Frage. Die Referenznummer beschreibt das Modell, also Familie, Gehäusegröße, Material und Lünettenausführung. Alle Exemplare derselben Ausführung tragen dieselbe Referenz. Zwei Submariner Date in Stahl mit schwarzer Lünette aus derselben Generation haben beide die Referenz 126610LN.
Die Seriennummer dagegen bezeichnet das einzelne Exemplar. Sie ist einmalig und unterscheidet Ihre Uhr von allen anderen derselben Referenz. Im Sprachgebrauch heißt sie oft auch Individualnummer, gemeint ist dasselbe. Über die Seriennummer lässt sich je nach Epoche das Produktionsjahr eingrenzen, und sie ist die Nummer, die bei Versicherungen und Diebstahlmeldungen zählt.
Die dritte Nummer ist die Kalibernummer. Sie bezeichnet das Uhrwerk und steht auf dem Werk selbst, also im Inneren der Uhr. Da Rolex die Gehäuseböden fast durchweg geschlossen ausführt, sehen Sie sie im Alltag nicht. Ein Kaliber treibt oft viele Referenzen an: Das Kaliber 3235 etwa arbeitet in der aktuellen Datejust 36 ebenso wie in der aktuellen Submariner Date. Die Kalibernummer sagt also etwas über die Technik, nicht über das Modell.
Rolex Referenznummer finden, die Gravur bei 12 Uhr
Die Referenznummer ist bei Rolex ins Gehäuse graviert, und zwar zwischen den Bandanstößen auf der 12-Uhr-Seite. Dort ist sie vom Armband verdeckt. Um sie zu lesen, muss das Band an dieser Seite abgenommen werden, wofür der Federsteg gelöst wird. Dabei können Gehäuse und Bandanstöße leicht zerkratzen, ohne Übung überlassen Sie diesen Handgriff besser einem Uhrmacher.
Ohne das Band abzunehmen, finden Sie die Referenz in den Papieren. Die Garantiekarte moderner Uhren nennt Referenz und Seriennummer, und auch ältere Garantiepapiere führen in der Regel beide Angaben. Prägungen auf der Innenseite älterer Gehäuseböden gehören zum Boden und sind für die Referenz der Uhr nicht maßgeblich.
Die Seriennummer finden Sie auf der gegenüberliegenden Seite. Bei älteren Modellen ist sie zwischen den Bandanstößen bei 6 Uhr eingraviert, bei modernen Modellen auf dem Rehaut, dem inneren Ring zwischen Glas und Zifferblatt, auf Höhe der 6. Weil beide Nummern im Gehäuse stehen, wird der Begriff Gehäusenummer mal für die eine, mal für die andere verwendet. Mit der Seriennummer und dem Werkzeug Rolex Seriennummer prüfen lässt sich das Produktionsjahr eingrenzen.
Von vier über fünf zu sechs Ziffern
Schon die Länge der Referenz verrät die Epoche. Vierstellige Referenzen gehören in die Vintage-Zeit. Bekannte Beispiele sind die Datejust 1601, die GMT-Master 1675, die Submariner 5513 und die Explorer 1016. Ihre letzte Ziffer folgt noch nicht zuverlässig dem Materialcode, den Sie weiter unten kennenlernen.
Etwa ab dem Ende der siebziger und in den achtziger Jahren setzten sich fünfstellige Referenzen durch und prägten das Programm bis über die Jahrtausendwende hinaus. Typische Vertreter sind die Submariner Date 16610, die Datejust 36 in den Ausführungen 16233 und 16234 sowie die Lady-Datejust 26 mit der Referenz 69173. In dieser Phase wurde die Logik des Materialcodes weitgehend einheitlich.
Sechsstellige Referenzen folgten ab der Jahrtausendwende, Familie für Familie. Oft entstand die neue Nummer durch eine vorangestellte Ziffer. Aus der Datejust 16233 wurde die 116233, aus der Submariner Date 16610 die 116610LN. Mit der nächsten Generation änderte sich dann meist die zweite Ziffer, so folgte auf die 116233 die 126233, auf die 116610LN die 126610LN und bei der Daytona auf die 116500LN die 126500LN. Diese Regel kennt Ausnahmen, wie die Lady-Datejust zeigt, deren Linie von 69173 über 79173 zu 179173 führt. Das Prinzip bleibt dennoch erkennbar: Die hinteren Ziffern bleiben stabil, die vorderen markieren den Generationswechsel.
Die letzte Ziffer, der Materialcode
Die wichtigste Stelle einer modernen Rolex Referenz ist die letzte Ziffer, sie steht für das Material. Rolesor ist dabei der Name, den Rolex der Kombination aus Stahl und Gold gibt, bei der Lünette, Krone und Mittelglieder des Bandes aus Gold gefertigt sind. Oystersteel ist die Bezeichnung von Rolex für den hauseigenen Edelstahl, Everose die für die eigene Roségoldlegierung.
| Letzte Ziffer | Material | Beispiel |
|---|---|---|
| 0 | Oystersteel | 126610LN Submariner Date |
| 1 | Everose Rolesor, Stahl mit Everosegold | 126711CHNR GMT-Master II |
| 2 | Rolesium, Stahl mit Platin | 116622 Yacht-Master |
| 3 | Gelbes Rolesor, Stahl mit Gelbgold | 126233 Datejust 36 |
| 4 | Weißes Rolesor, Stahl mit Weißgold | 126234 Datejust 36 |
| 5 | Everosegold | 228235 Day-Date 40 |
| 6 | Platin | 228206 Day-Date 40 |
| 8 | Gelbgold | 228238 Day-Date 40 |
| 9 | Weißgold | 228239 Day-Date 40 |
Diese Logik gilt für die fünf- und sechsstelligen Referenzen sehr breit, aber nicht ausnahmslos. Bei vierstelligen Vintage-Referenzen und bei einzelnen Sondermodellen weicht die Systematik ab. Nutzen Sie den Code deshalb als verlässliche Faustregel, nicht als Gesetz.
Bei den klassischen Modellen Datejust und Day-Date gibt außerdem die vorletzte Ziffer häufig einen Hinweis auf die Lünette. Eine 3 an dieser Stelle steht dort meist für die geriffelte Lünette, eine 0 für die glatte. Diese Zuordnung ist weniger einheitlich als der Materialcode und lässt sich nicht auf die Sportmodelle übertragen.
Die Buchstaben am Ende, Kürzel für die Lünettenfarbe
Viele moderne Sportmodelle tragen nach den Ziffern ein Kürzel, das auf französische Begriffe zurückgeht und die Farbe der Lünette beschreibt, nicht die des Zifferblatts. Die Daytona 116500LN etwa gab es mit weißem und mit schwarzem Zifferblatt, beide tragen das Kürzel LN, weil die Lünette in beiden Fällen schwarz ist.
| Kürzel | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| LN | Lunette Noire, schwarze Lünette | 126610LN Submariner Date |
| LV | Lunette Verte, grüne Lünette | 126610LV Submariner Date |
| BLNR | Bleu Noir, blau-schwarze Lünette | 126710BLNR GMT-Master II |
| BLRO | Bleu Rouge, blau-rote Lünette | 126710BLRO GMT-Master II |
| CHNR | Chocolat Noir, braun-schwarze Lünette | 126711CHNR GMT-Master II |
| VTNR | Vert Noir, grün-schwarze Lünette | 126720VTNR GMT-Master II |
Daneben gibt es weitere Kürzel, etwa für Edelsteinbesatz. Achten Sie auch darauf, wie sich Kürzel und Materialcode ergänzen. Die 126711CHNR endet auf 1 und ist folgerichtig in Everose Rolesor gefertigt.
Das M und der Zusatz auf modernen Garantiekarten
Auf neueren Garantiekarten und im aktuellen Katalog der Marke erscheint die Referenz in erweiterter Form, zum Beispiel als M126610LN-0001. Das vorangestellte M gehört zu dieser Schreibweise und ändert nichts am Modell, die Referenz selbst lautet 126610LN. Der Zusatz nach dem Bindestrich bezeichnet die konkrete Ausführung, also die Kombination aus Zifferblatt und Band.
Bei Modellen mit vielen Varianten, allen voran der Datejust, unterscheiden sich zwei Uhren derselben Referenz oft nur darin, etwa im Zifferblatt oder im Jubilé- statt Oyster-Band. Für die Prüfung einer Uhr ist dieser Zusatz deshalb wertvoll, weil er festhält, welches Zifferblatt und welches Band ab Werk dazugehörten. Warum vollständige Papiere über die reine Referenz hinaus Gewicht haben, erklärt der Beitrag Box und Papiere, wie wichtig sind sie wirklich.
Eine Rolex Referenz selbst entschlüsseln, drei Beispiele
Mit diesem Schlüssel lesen Sie die meisten modernen Referenzen in wenigen Schritten.
Datejust 36, 126233 und 126234
Sechs Ziffern stehen für die moderne Epoche, die 12 am Anfang kennzeichnet hier die aktuelle Generation. Die vorletzte Ziffer 3 deutet bei der Datejust auf die geriffelte Lünette. Die letzte Ziffer entscheidet über das Material: Die 126233 ist gelbes Rolesor, also Stahl mit Lünette, Krone und Mittelgliedern aus Gelbgold. Die 126234 ist weißes Rolesor, ein Stahlgehäuse mit geriffelter Lünette aus Weißgold. Beim gelben Rolesor führt die Linie von 16233 über 116233 zu 126233, beim weißen Rolesor war die 16234 die fünfstellige Vorläuferin. Die vollständige Abfolge der Generationen finden Sie in der Übersicht Rolex Datejust Referenzen.
Lady-Datejust 26, 179173
Die sechsstellige 179173 endet auf 3 und ist damit gelbes Rolesor. Ihre Vorgängerinnen 69173 und 79173 tragen dieselbe Endung und dieselbe Materialkombination, alle drei messen 26 Millimeter. Der Generationswechsel folgt hier einem eigenen Muster, die hinteren Ziffern bleiben gleich.
Submariner Date, 126610LN
Auch hier weisen sechs Ziffern und die 12 am Anfang auf die aktuelle Generation. Die letzte Ziffer 0 steht für Oystersteel, das Kürzel LN für die schwarze Lünette. Auf der Garantiekarte erscheint die Uhr als M126610LN-0001. Die Schwesterreferenz 126610LV unterscheidet sich nur durch die grüne Lünette. Die Linie dahinter lautet 16610, 116610LN, 126610LN.
Verrät die Referenznummer das Baujahr?
Nur grob. Die Länge und die Generation einer Referenz grenzen die Epoche ein, ein konkretes Jahr lässt sich daraus nicht ablesen. Eine Referenz wird in der Regel über viele Jahre gebaut, und am Markt überschneiden sich Vorgänger und Nachfolger. Eine 16610 kann aus ganz unterschiedlichen Jahren ihrer langen Bauzeit stammen, ohne dass sich das an der Nummer zeigt.
Für das Baujahr ist die Seriennummer zuständig. Bei älteren Uhren wurde sie weitgehend fortlaufend vergeben, sodass sich Nummernbereiche bestimmten Jahren zuordnen lassen. Neuere Uhren tragen zufällig vergebene Seriennummern, bei ihnen lässt sich der Zeitraum nur noch eingrenzen. Dann hilft das Datum auf der Garantiekarte weiter, das allerdings den Verkauf dokumentiert und nicht die Fertigung. Das Werkzeug Rolex Seriennummer prüfen und Baujahr bestimmen ordnet beide Systeme ein. Die Referenz dient dabei als Kontrolle, denn beide Nummern müssen zeitlich zueinander passen.
Rolex Referenznummer überprüfen, passt alles zusammen?
Eine Referenz ist eine Beschreibung, und die Uhr muss zu ihr passen. Beim Überprüfen gehen Sie am besten Schritt für Schritt vor.
- Gravur und Papiere: Die Referenz bei 12 Uhr muss mit der Angabe auf der Garantiekarte übereinstimmen, ebenso die Seriennummer. Die Gravur sollte sauber, gleichmäßig tief und scharf gezeichnet sein.
- Material: Eine Referenz mit der Endung 0 zeigt kein Gold. Endet sie auf 3, müssen Lünette, Krone und Mittelglieder gelbgolden sein, endet sie auf 4, gehört eine Lünette aus Weißgold auf ein Stahlgehäuse.
- Lünette: Das Kürzel muss zur Farbe passen. Eine Uhr mit grüner Lünette ist keine 126610LN, und eine glatte Lünette passt nicht zu einer Datejust, deren Referenz eine geriffelte beschreibt.
- Größe und Familie: Die 179173 ist eine Lady-Datejust mit 26 Millimetern, keine Datejust 36.
- Zifferblatt und Band: Beides sollte zu den Ausführungen gehören, die für diese Referenz vorgesehen waren. Bei modernen Uhren hilft der Zusatz auf der Garantiekarte.
- Zeitliche Stimmigkeit: Die Seriennummer muss in die Bauzeit der Referenz fallen.
Nicht jede Abweichung ist sofort ein Grund zur Sorge. Bei Revisionen werden mitunter Teile wie Zeiger, Lünetteneinlagen oder Zifferblätter ersetzt, und ein solcher Tausch ist im besten Fall durch Servicebelege dokumentiert. Eine Abweichung ohne nachvollziehbare Erklärung ist dagegen ein klares Warnsignal. Sie kann auf eine aus verschiedenen Teilen zusammengesetzte Uhr oder auf eine Fälschung hinweisen. Wie Sie darüber hinaus Werk, Zifferblatt, Gravuren und Band beurteilen, beschreibt der Leitfaden Rolex Echtheit prüfen.
Gibt es eine Liste aller Rolex Referenznummern?
Die Suche nach einer Liste aller Rolex Referenznummern ist verständlich, führt aber selten ans Ziel. Rolex hat über die Jahrzehnte sehr viele Referenzen gebaut, dazu kommen unzählige Kombinationen aus Zifferblatt und Band, eine vollständige Liste wäre kaum zu pflegen. Nützlicher ist der Schlüssel aus diesem Beitrag, kombiniert mit einer Übersicht der Modellfamilien. Einen solchen Überblick über die aktuellen und klassischen Linien gibt der Rolex Modelle Überblick. Eine Auswahl finden Sie in der Kollektion Rolex Uhren.
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Häufige Fragen
Wie kann ich eine Rolex Referenznummer überprüfen?
Lesen Sie die Gravur zwischen den Bandanstößen bei 12 Uhr und vergleichen Sie sie mit der Garantiekarte. Entschlüsseln Sie anschließend Materialcode und Kürzel und prüfen Sie, ob Gehäuse, Lünette, Zifferblatt und Größe dazu passen. Eine Abweichung ohne dokumentierte Erklärung ist ein Warnsignal und sollte vor dem Kauf geklärt werden.
Ist die Individualnummer dasselbe wie die Referenznummer?
Nein. Mit Individualnummer ist im Sprachgebrauch die Seriennummer gemeint, also die einmalige Nummer eines einzelnen Exemplars. Die Referenznummer beschreibt dagegen das Modell und ist bei allen Uhren derselben Ausführung identisch.
Wo steht bei Rolex die Seriennummer?
Bei älteren Modellen steht sie zwischen den Bandanstößen bei 6 Uhr und ist erst nach dem Abnehmen des Bandes sichtbar. Bei modernen Modellen ist sie auf dem Rehaut eingraviert, dem inneren Ring zwischen Glas und Zifferblatt auf Höhe der 6. Zusätzlich steht sie auf der Garantiekarte.
Kann ich das Baujahr an der Referenznummer ablesen?
Nur ungefähr. Die Zahl der Ziffern und die Generation verraten die Epoche, aber da eine Referenz meist über viele Jahre gebaut wird, ergibt sich daraus kein konkretes Jahr. Das Produktionsjahr lässt sich über die Seriennummer eingrenzen, bei neueren Uhren auch über das Datum auf der Garantiekarte.
Was ist mit der Gehäusenummer einer Rolex gemeint?
Der Begriff wird uneinheitlich verwendet, weil sowohl die Referenz als auch die Seriennummer ins Gehäuse graviert sind. Meist ist die Seriennummer gemeint, manchmal aber auch die Referenz bei 12 Uhr. Im Zweifel hilft die Lage: Die Referenz steht auf der 12-Uhr-Seite, die Seriennummer auf der 6-Uhr-Seite oder auf dem Rehaut.
- Referenznummer, Seriennummer und Kaliber, drei verschiedene Nummern
- Rolex Referenznummer finden, die Gravur bei 12 Uhr
- Von vier über fünf zu sechs Ziffern
- Die letzte Ziffer, der Materialcode
- Die Buchstaben am Ende, Kürzel für die Lünettenfarbe
- Das M und der Zusatz auf modernen Garantiekarten
- Eine Rolex Referenz selbst entschlüsseln, drei Beispiele
- Datejust 36, 126233 und 126234
- Lady-Datejust 26, 179173
- Submariner Date, 126610LN
- Verrät die Referenznummer das Baujahr?
- Rolex Referenznummer überprüfen, passt alles zusammen?
- Gibt es eine Liste aller Rolex Referenznummern?
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- Häufige Fragen
- Wie kann ich eine Rolex Referenznummer überprüfen?
- Ist die Individualnummer dasselbe wie die Referenznummer?
- Wo steht bei Rolex die Seriennummer?
- Kann ich das Baujahr an der Referenznummer ablesen?
- Was ist mit der Gehäusenummer einer Rolex gemeint?






