Everose
Die von Rolex 2005 eingeführte hauseigene Roségold-Legierung mit Platinanteil. Behält ihre warme Roséfärbung dauerhaft und bleicht — anders als klassisches Roségold — auch unter Chlor- und Schweißeinwirkung nicht aus.
Eckdaten
- Einführung
- 2005
- Materialart
- 18 Karat Roségold (750er) mit Platinanteil
- Goldgehalt
- 75 Prozent
- Kupferanteil
- ca. 20 Prozent (genaue Rezeptur patentgeschützt)
- Platinanteil
- geringer Prozentsatz (genaue Menge nicht offiziell veröffentlicht)
- Markenname
- Everose (Rolex SA)
- Erstes Einsatzmodell
- Day-Date Everose Referenz 118235 (2005)
- Charakteristik
- farbstabil unter UV, Chlor und Schweißeinwirkung
Everose ist Rolex' patentierte Roségold-Legierung, eingeführt 2005 als Reaktion auf ein materialchemisches Problem klassischer Roségold-Rezepturen: das Ausbleichen von Kupfer durch Oxidation und Chloridkontakt. Die Legierung ist seither Standardmaterial in jeder Rolex-Referenz, die als „Roségold" verkauft wird — von der Day-Date über den Daytona bis zur Sky-Dweller.
Warum Rolex eigene Legierungen entwickelt
Klassisches 18-karätiges Roségold besteht aus 75 Prozent Feingold, 20 bis 22 Prozent Kupfer und 3 bis 5 Prozent Silber. Der Kupferanteil bestimmt die Farbe; je mehr Kupfer, desto kräftiger der Roséton. Das Problem: Kupfer oxidiert. Über Jahre verändert sich die Oberfläche, besonders an Stellen mit häufigem Hautkontakt — Kronen, Bandschließen, Bandglieder — und nimmt einen kühleren, gelblicheren Ton an.
Bei Vintage-Uhren ist das Teil des Charakters. Eine Roségold-Patek-Calatrava aus den 1950ern, die heute eher gelblich wirkt, ist authentisch gealtert. Für eine moderne Sportuhr, die jeden Tag getragen, geschwitzt und gewaschen wird, ist diese Veränderung dagegen ein Service-Problem.
Die Everose-Lösung
Rolex' Lösung war der Zusatz von Platin in geringer Konzentration. Platin bindet das Kupfer in der Legierungsmatrix und verlangsamt die Oxidation drastisch. Das Ergebnis: Eine Everose-Day-Date von 2008 sieht heute, nach Jahren am Handgelenk, farblich praktisch identisch aus wie am Auslieferungstag.
Optisch ist Everose etwas wärmer und kupferiger als die Roségold-Legierungen von Patek Philippe oder Audemars Piguet. Bei Tageslicht ein kräftiger, satter Roséton; in Mischlicht eher rötlich als pfirsichfarben.
Wo Everose verwendet wird
Jede aktuelle Rolex in „Roségold" ist Everose. Die zweifarbigen Stahl-Rosé-Konfigurationen — Rolesor Everose — kombinieren Everose-Lünette, -Krone und -Mittelglieder mit einem Oystersteel-Gehäuse. Reines Everose findet sich in Day-Date 40, Daytona 116505 und 116515, Yacht-Master 40 Everose, GMT-Master II 126715CHNR (Root Beer), Submariner-Sondereditionen und Sky-Dweller-Varianten.
Patina, Service und Pflege
Im Atelier in München sehen wir Everose-Stücke jeder Generation. Die Beobachtung ist konsistent: Eine zehn Jahre alte Everose-Daytona hat dieselbe Farbe wie eine neue. Eine zehn Jahre alte Roségold-Daytona der Vorgängergeneration (vor 2008) zeigt deutlich Patina, besonders an Bandgliedern.
Service-seitig verhält sich Everose wie jede 18-karätige Goldlegierung. Politur ist möglich, sollte aber sparsam erfolgen — jede Politur entfernt Material, und auch Everose lässt sich nicht beliebig oft aufarbeiten, ohne dass Gehäusekanten an Schärfe verlieren.
Wert auf dem Sekundärmarkt
Frühe Everose-Modelle (2005 bis etwa 2010) sind heute attraktiv: noch nicht weit verbreitet, schon erkennbar farbstabil, mit moderater Preisentwicklung. Eine Everose-Daytona 116505 von 2008 etwa hat sich auf dem Sekundärmarkt seit Auslieferung stark aufgewertet — ein Effekt, der sowohl mit der allgemeinen Rolex-Sportreferenz-Hausse als auch mit der gestiegenen Anerkennung des Materials zusammenhängt.
Häufige Fragen
- Der Platinanteil stabilisiert das Kupfer in der Legierungsmatrix. Klassisches Roségold verändert sich, weil Kupferatome an der Oberfläche oxidieren — durch Schweiß, Chlor, Hautlipide. Platin verhindert diese Reaktion auf molekularer Ebene. Die Farbe bleibt entsprechend über Jahrzehnte stabil; eine Everose-Uhr von 2005 sieht heute farblich aus wie eine von 2026.