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Materialien & Gehäuse

Roségold

Eine Goldlegierung aus 75 Prozent Feingold und einem Kupferanteil, der die warme Roséfärbung erzeugt. Wird in der Haute Horlogerie sowohl in klassischer Rezeptur (mit Patina-Bildung) als auch in farbstabilen Varianten wie Rolex Everose verwendet.

Eckdaten

Goldgehalt 18 Karat
75 Prozent
Kupferanteil 18 Karat
ca. 20 bis 22 Prozent
Silberanteil 18 Karat
ca. 3 bis 5 Prozent
Punzierung
750 (18 Karat), 585 (14 Karat)
Variante mit Platinanteil
Rolex Everose (ab 2005)
Härte (Vickers)
ca. 150 bis 170 HV (geringfügig härter als Gelbgold)
Historische Bezeichnungen
Rotgold (sehr kupferreich), Pinkgold (kupferarmer)
Typisches Allergiepotenzial
niedrig (geringer Nickelanteil)

Roségold ist eine Goldlegierung, deren warme rosa-rötliche Farbe durch einen Kupferanteil entsteht. In der 18-karätigen Standardrezeptur enthält die Legierung 75 Prozent Feingold, 20 bis 22 Prozent Kupfer und 3 bis 5 Prozent Silber. Je höher der Kupferanteil, desto kräftiger der Roséton — historisch nannte man besonders kupferreiche Varianten „Rotgold" (deutsche Tradition) oder „red gold" (englischsprachiger Markt).

Eigenschaften und Verhalten

Roségold hat im Vergleich zu Gelbgold drei materialchemische Eigenheiten, die in der Praxis sichtbar werden:

  • Härte. Der hohe Kupferanteil macht Roségold geringfügig härter als Gelbgold. Polierte Flächen halten sich etwas länger.
  • Patina-Bildung. Kupfer oxidiert. Über Jahre verändert sich die Oberfläche an Stellen mit häufigem Hautkontakt — Schließen, Kronen, Bandglieder — und nimmt einen kühleren, gelblicheren Ton an. Auf Vintage-Stücken ist das Teil des Charakters; auf modernen Uhren oft ungewollt.
  • Allergiepotenzial. Der Nickelanteil ist bei klassischem Roségold gering bis null, das Allergierisiko entsprechend niedriger als bei manchen Weißgold-Rezepturen.

Klassisches Roségold versus moderne Stabilisierungen

Bis Mitte der 2000er Jahre verwendeten praktisch alle Hersteller dieselbe oder eine sehr ähnliche Standard-Rezeptur. Eine Roségold-Calatrava von Patek Philippe und ein Roségold-Datejust von Rolex unterschieden sich in der Farbnote, nicht in der grundsätzlichen Materialchemie.

Mit Rolex' Einführung von Everose im Jahr 2005 begann ein materialchemischer Bruch. Everose enthält Platin in der Legierungsmatrix, das die Kupferoxidation drastisch verlangsamt — eine Everose-Uhr behält ihre Farbe über Jahrzehnte. Andere Hersteller — Patek Philippe, Audemars Piguet, Vacheron Constantin — bleiben überwiegend bei klassischen Rezepturen mit charakteristischer Patina-Bildung.

Farbnoten unterscheiden

Im Direktvergleich sind die Roségold-Töne verschiedener Manufakturen klar unterscheidbar:

  • Rolex Everose: warm, satt, leicht kupferrot. Die kräftigste Roséfärbung im Premium-Segment.
  • Patek Philippe: weicher, pfirsichfarbener Ton. Klassisch europäisch, häufig in Kombination mit silberfarbenen Zifferblättern.
  • Audemars Piguet: ähnlich Patek, leicht heller. Auf Royal-Oak-Modellen besonders elegant gegen schwarze oder graue Zifferblätter.
  • Cartier: kühler, manchmal näher an Champagner als an klassischem Rosé. Charakteristisch für moderne Cartier-Tank- und Santos-Modelle.

In der Händlerpraxis

Beim Ankauf einer Roségold-Uhr im Atelier in München gehört die Farbprüfung zu den Standardkontrollen. Eine zehn Jahre alte Roségold-Daytona Vorgängergeneration (vor 2008, also vor der Everose-Umstellung) zeigt häufig Farbveränderungen an Bandgliedern — das ist authentische Alterung, kein Mangel. Bei einer modernen Everose-Uhr signalisiert eine ungleichmäßige Farbe dagegen ein potenzielles Service- oder Echtheitsproblem.

Roségold-Punzen folgen den üblichen Goldstandards: 750 (18 Karat) ist die häufigste Punzierung; vereinzelt finden sich 585 (14 Karat) bei amerikanischen oder Vintage-Stücken.

Häufige Fragen

  • Beide bezeichnen Goldlegierungen mit Kupferanteil; der Unterschied liegt in der Kupferkonzentration. Rotgold (historisch häufig in russischen und osteuropäischen Schmuckstücken) enthält bis zu 25 Prozent Kupfer und wirkt deutlich rötlicher. Modernes Roségold liegt bei rund 20 Prozent Kupfer und damit in einem weicheren Roséton. Beide sind 18-karätige Legierungen mit 75 Prozent Feingoldanteil.

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