Chronograph
Eine Uhr mit integrierter Stoppuhrfunktion. Hilfszifferblätter zeigen verstrichene Sekunden, Minuten und gelegentlich Stunden; Drücker steuern Start, Stopp und Rückstellung.
Eckdaten
- Funktion
- integrierte Stoppuhr
- Drücker
- 2 und 4 Uhr (Standard)
- Hilfszifferblätter
- zwei oder drei (kleine Sekunde, Minutenzähler, Stundenzähler)
- Schaltarchitekturen
- Säulenrad oder Kupplungshebel
- Kupplungen
- vertikal oder horizontal
- Varianten
- Flyback, Rattrapante, Monodrücker
- Erste Armbanduhr-Premiere
- Longines 1913
- Werke im hochwertigen Segment
- Zenith El Primero 400, Patek CH 29-535, Rolex 4130/4131, Lange L951
Ein Chronograph ist eine Uhr mit einer integrierten Stoppuhr. Das Basiswerk zeigt die reguläre Zeit auf dem Hauptzifferblatt an. Ein Druck auf den oberen Drücker — gewöhnlich bei 2 Uhr — setzt einen separaten Zeiger in Gang, der die verstrichene Zeit misst. Der untere Drücker bei 4 Uhr setzt ihn zurück.
Das Wort stammt aus dem Griechischen: chronos (Zeit) und graphein (schreiben). Der erste Armbandchronograph wurde 1913 von Longines vorgestellt, der Mechanismus selbst entstand bereits in den 1820er Jahren in der Taschenuhr.
Hilfszifferblätter
Die meisten Chronographen tragen zwei oder drei Hilfszifferblätter:
- Kleine Sekunde — laufende Sekunden der Hauptzeitanzeige.
- 30-Minuten-Zähler — Chronographenminuten.
- 12-Stunden-Zähler — Chronographenstunden bei Trikompax-Anordnung.
Einige Chronographen ergänzen ein 60-Sekunden-Hilfszifferblatt für die reguläre Zeit und einen zentralen Minutenzähler; das Zwei- oder Drei-Register-Layout bleibt der häufigere Ansatz.
Varianten
- Flyback. Ein einziger Druck setzt den Chronographen zurück und startet ihn neu — kein Anhalten, Rückstellen, Neustart nötig.
- Rattrapante (Schleppzeiger). Zwei übereinanderliegende Chronographenzeiger. Der zweite Zeiger lässt sich anhalten, um eine Zwischenzeit aufzuzeichnen, während der erste weiterläuft.
- Monodrücker. Ein einziger Drücker steuert Start, Stopp und Rückstellung — verbreitet bei Vintage- und Dresswatch-Chronographen.
Konstruktionsprinzipien
Innerhalb des Werks wird zwischen integriertem Chronograph und Modulkonstruktion unterschieden. Integrierte Chronographen — Zenith El Primero 400, Patek Philippe CH 29-535, Rolex 4130/4131, A. Lange & Söhne L951 — verschmelzen Stopp- und Gangwerk zu einer Architektur. Modulkonstruktionen setzen einen Chronographenaufsatz auf ein Standard-Basiskaliber; die Bauweise ist kostengünstiger, gilt aber unter Sammlern als weniger anspruchsvoll. Säulenrad gegen Kupplungshebel und vertikale gegen horizontale Kupplung sind die zentralen mechanischen Unterscheidungen — ein Säulenrad mit vertikaler Kupplung gilt als die Referenz im hochwertigen Segment.
Bedeutende Chronographen
Die Rolex Daytona 126500LN, die Omega Speedmaster Professional, die Patek Philippe 5170 und ihre Nachfolgerin 5172G, der Audemars Piguet Royal Oak Chronograph 26331, der Zenith El Primero und die TAG Heuer Carrera sind allesamt Chronographen. Die Komplikation ist weit verbreitet; die Preisspanne reicht von einigen hundert bis zu mehreren hunderttausend Euro.
In unserem Atelier in München sehen wir den Chronographen quer durch alle Generationen — von Vintage-Handaufzügen bis zu zeitgenössischen Manufakturwerken. Bei Service und Bewertung beachten wir die mechanischen Besonderheiten des jeweiligen Kalibers.
Häufige Fragen
- Beide Systeme schalten den Chronographenstart, -stopp und -rückstellung. Das Säulenrad ist die historisch ältere und mechanisch aufwendigere Konstruktion — es schaltet weicher, sieht im sichtbaren Werk anspruchsvoller aus und gilt als das Referenzsystem im Premiumsegment. Der Kupplungshebel ist kostengünstiger zu fertigen und in vielen industriellen Werken (Valjoux 7750 und Derivate) verbaut. Funktional liefern beide präzise Zeitmessung.